Verein

Berichte zur Jahreshauptversammlung (Der Neue Tag)

Schützenmeister Thomas Busch: "Gefährdet Vereinsarbeit"

Vereinshaus: Schützen leiden unter Schließung

"Voll ins Gold" hat die Schützengesellschaft "Eichenlaub" mit ihrer florierenden Bogensparte getroffen. "Aktuell stellen wir drei Ligamannschaften und bei unserem letztjährigen Anfängerkurs haben wir vier neue Bogenschützen gewonnen", freute sich Schützenmeister Thomas Busch in der Jahreshauptversammlung im LBV-Heim.

Einen Wermutstropfen gab es dennoch: Aus dem deutschen Bogensport-"Oberhaus" musste sich das erste Bogenteam wieder verabschieden. Den Abstieg aus der ersten in die zweite Bundesliga nahm Busch indes mit Humor: "Eure Fahrtstrecken zu den Wettkämpfen werden dadurch nicht kürzer." Den beiden anderen Mannschaften sei in der Bezirksliga und der Bezirksklasse Oberpfalz der Klassenerhalt gelungen.

Arbeiten abschließen

Beim Ausbau des Bogenplatzes sei "im vergangenen Jahr eine kleine Verschnaufpause eingelegt" worden, erklärte der Schützenmeister. Heuer aber wolle man "wieder durchstarten", um die noch ausstehenden Arbeiten - insbesondere am Mannschaftshaus - abzuschließen. Ein Dankeschön richtete Thomas Busch an den Zessauer Patenverein, dessen moderne Schießanlage die Luftgewehr- und Luftpistolenschützen seit der von der Stadt aus Brandschutzgründen verfügten Schließung des Schießstandes im "Haus der Vereine" mitnutzen dürfen: "Die Schützengeschwister stellen hierfür sogar eigene Trainings- und Rundenwettkampftermine zurück - das ist wahre Kameradschaft."

Trotz dieser Unterstützung sei die Aktivität der Luftdrucksparte empfindlich zurückgegangen, bedauerte Busch. Umso dringlicher fiel sein Appell an den als Ehrengast eingeladenen Bürgermeister Werner Walberer und alle Verantwortlichen der Stadt aus, auf einen baldigen Beginn der Sanierungsarbeiten am Vereinshaus hinzuwirken.

Immerhin sei die Baugenehmigung im Februar erteilt worden, doch sei "seither kein Fortschritt erkennbar". Diese "irritierende" Situation gefährde die Vereinsarbeit ernstlich: "Erstmals seit über zehn Jahren haben wir eine rückläufige Mitgliederzahl zu beklagen." Von einer "Politik der ruhigen Hand und des Abwartens", wie sie Busch der Stadt vorwerfe, könne keine Rede sein, entgegnete der Bürgermeister in seinem Grußwort. Er erinnerte daran, dass er sich persönlich bei Landrat und Kreisbauamt für die schnelle Bearbeitung des Bauantrags zur Sanierung des Gebäudes verwandt habe.

Erst Finanzielles klären

Noch seien allerdings finanzielle Fragen zu klären: "Aber wir gehen davon aus, dass das bald abgeschlossen ist. Erst dann können wir die Arbeiten ausschreiben." Der Stadtrat stehe einmütig zu dem im Herbst beschlossenen Konzept, und "wir alle wünschen dessen baldmögliche Umsetzung im Interesse der Vereine", versicherte Walberer.

Schützenmeister Thomas Busch dankte dem Bürgermeister für dessen "ehrliche Worte" und versicherte, die im Vereinshaus beheimateten Organisationen stünden zu ihrer Zusage, bei der Sanierung mit Hand anzulegen: "Aber dazu müssen wir endlich Taten sehen."

Lobende Worte fand Busch für die Tatkraft der Mitglieder, namentlich jener, "die immer da sind und denen nichts zu viel wird". Sein Dank galt auch der LBV-Naturschutzgruppe, die für die Zusammenkünfte der Schützengesellschaft ihr Lokal im nicht gesperrten Erdgeschoss des Vereinshauses zur Verfügung stellt.

 

"Institution" wird Ehrenmitglied

An den Erfolg des ersten Bogenschützen-Anfängerkurses hofft die Schützengesellschaft Eichenlaub mit den diesjährigen zweitägigen Schnupperkursen anzuknüpfen. Der Frühjahrskurs ist für 29. Mai und 5. Juni, der Herbstkurs für 4. und 11. September anberaumt. "Für den Frühjahrskurs haben wir schon sechs Interessenten", ließ Schützenmeister Thomas Busch bei der Hauptversammlung (wir berichteten) wissen und merkte an, dass die Teilnahme an einem solchen Kurs Aufnahmebedingung für die Bogensparte sei.

Für den 31. Juli planen die Pressather Schützen ferner eine Neuauflage des im Vorjahr sehr gut besuchten Sommerfestes am Bogenplatz, am 14. Januar 2017 wird ein Wettkampftag der zweiten Bogen-Bundesliga in Pressath ausgetragen. Sportleiterin Daniela Schmeller berichtete unter anderem von Hubert Schulzes viertem Platz bei der deutschen Bogensport-Meisterschaft im oberbayerischen Raubling: "Zwischen dem ersten und dem vierten Platz in der Seniorenklasse lagen nur vier Punkte." Gute Nachrichten hatte auch Jugendleiter Norman Schulz: So habe der Bogenschützennachwuchs bei der Bezirksmeisterschaft auf heimatlichem Terrain zwei erste Plätze in den Mannschaftswertungen sowie vier erste und einen zweiten Platz in den Einzelwertungen errungen. Sechs erste Plätze holte man bei der Gaumeisterschaft, die ebenfalls in Pressath stattfand.

Zum Ehrenmitglied ernannte die Versammlung einmütig den langjährigen ersten und jetzigen zweiten Schriftführer Wolfgang Fraunholz, der auch "als Fahnenträger zur Institution" geworden sei, wie Thomas Busch festhielt. Zur bestandenen Vereinsübungsleiterprüfung gratulierte der Schützenmeister Ingrid Bollin und Tanja Busch. Ohne Gegenstimmen akzeptierten die Mitglieder schließlich die Erhöhung des Jahresbeitrags von 25 auf 30 Euro für Erwachsene sowie von 15 auf 20 Euro für Jugendliche. Dieser Schritt, so Busch, sei wegen der Anhebung des an die Dachverbände abzuführenden Beitragsanteils um 1,70 Euro nötig, aber auch wegen der Modernisierung der Schießanlage, die nach der Vereinshaussanierung anstehe: "Das wird uns außer Eigenleistung auch einiges an Geld kosten - mit a paar Brettln ist es da nicht getan."